Sonntag, 25. Januar 2015

{Rezension} Der ungewöhnliche Held aus Zimmer 13B von Teresa Toten

Titel: Der ungewöhnliche Held aus Zimmer 13B
Autorin: Teresa Toten
Originaltitel:  the unlikely hero of room 13B
Verlag: cbt
Erscheinungsjahr:  01. September 2014
Seitenzahl: 343
Reihe: --












Inhalt
Als Adam das Mädchen Robyn trifft, weiß er nach einer Sekunde, dass sie die Liebe seines Lebens ist. Ihre kohlschwarzen Wimpern und himmelblauen Augen hauen ihn einfach aus seinen farbabgestimmten Socken. Doch wie soll er je eine „normale“ Beziehung mit Robyn haben, wenn sein Leben alles andere als normal verläuft? Zum einen gibt es seine geschiedenen Eltern und den kleinen Halbbruder, der wie eine Klette an Adam klebt – zum anderen kämpft Adam mit dem Ungeheuer namens Zwangsneurose. Noch dazu bekommt seine Mutter seit kurzem Drohbriefe. Doch Adam will Robyns Batman sein – und gemeinsam können sie vielleicht alles Böse der Welt besiegen …


Charaktere
Adam ist ca. 15 Jahre alt und leidet an Zwangsneurosen, weil er oft Dinge abzählt. Ansonsten ist er ein typischer Teenager, der gerne Figuren sammelt oder sich für Mädchen interessiert.
Adams Mum ist eine Sammlerin, weswegen das ganze Haus voller Kram steht, und erhält nun auch noch Drohbriefe. Trotz ihrer Probleme ist sie eine gute Mutter und versucht immer für Adam da zu sein. Ich finde es auch sehr sympathisch, dass sie sich gut mit der neuen Frau ihres Exmannes versteht.
Sweetie ist der Spitzname von Adams 4-jähriger Halbbruder aus der zweiten Ehe seines Vaters. Er hat oft Angst, die oft nur Adam verscheuchen kann. Die beiden haben ein sehr inniges Verhältnis und Sweetie ist ein süßer kleiner 4-jähriger, der aber auch ganz schön bestimmend sein kann.
Chuck ist Adams Therapeut, der auch die Gruppensitzungen in Zimmer 13B führt.
Außerdem spielen noch die Superhelden, wie Wonder Women, Wolverine oder Thor, eine Rolle. Dies sind andere Jugendliche aus der Gruppensitzung. Chuck möchte mit den Superheldennamen bewirken, dass die Jugendlichen sich selbst vor der Tür lassen und zu starken Persönlichkeiten werden.

Meine Meinung
Das Buch fängt damit an, dass sich Adams Therapiegruppe zum ersten Mal trifft. Dort lernt er auch Robyn, in die er sich bereits auf der ersten Seite verliebt, kennen. Chuck, der Therapeut, eröffnet die Sitzung und stellt alle Jungendlichen vor. Bis der Leser Adams und Robyns Namen noch nicht kennt, nennt Teresa Toten sie „der Junge“ und „das Mädchen“. Zunächst war ich total verwirrt und wollte ungern ein Buch lesen, in dem der Protagonist immer nur als „der Junge“ bezeichnet wird. Aber nachdem die Autorin, nach der Vorstellung der Jugendlichen in der Therapiesitzung, Adams Namen übernommen hat, finde ich es nun ein tolles Detail und einen besonderen Start in dieses Buch. 

Die Geschichte wird mittels der personellen Erzählperspektive aus Adams Sicht erzählt. Somit bekommt der Leser seine Gedanken, Gefühle und vor allem sein Verlangen seiner Zwangsstörung nachzugehen hautnah mit.
 

Die Geschichte umfasst ca. ein halbes Jahr, in dem Adam gegen seine Zwangsstörung ankämpft und vieles mit den „Superhelden“ erlebt. Der Leser begleitet Adam nach Hause, wo er sich mit seiner Mutter  abwechselnd um die Zubereitung des Abendessens kümmert, zu seinen Therapie- und Einzelsitzungen, mit den anderen Superhelden bzw. nur mit Chuck, zu seiner zweiten Familie, seinem Vater mit seiner neuen jungen Frau und dem kleinen Sweetie, und zu den Treffen mit Robyn und seinen Freunden. Man erfährt somit Adams gesamtes Leben und auch vieles aus seiner Vergangenheit, wodurch man ihn vollkommen kennengelernt hat, und weiß, was diesen 15-Jährige ausmacht.
 


Teresa Toten hat die Zwangsstörung von Adam sehr gut dargestellt. Wenn er nervös ist oder auf bestimmte Zahlen trifft, die sich für ihn falsch anfühlen, zählt er Zahlenreihen und klopft dabei mit dem Fuß auf dem Boden. Später zählt er die Zahlenfolgen nur noch im Kopf. Adam sieht/hört eine Zahl und denkt, dass diese nicht richtig ist und fängt einfach an zu zählen. Manchmal denkt er danach, dass er nicht hätte klopfen sollen, um es sich abzugewöhnen, aber seine Gedanken sind nie so stumpfsinnig, wie „Ich darf nicht klopfen“. Ich kenne mich zwar nicht mit Zwangsstörungen aus, aber für mich fühlten sich seine Gedanken und sein Zwang zu klopfen einfach authentisch an. Auch die Charaktere hat Teresa Toten sehr gut dargestellt. Alle Personen in Adams näherem Umfeld sind sehr detailliert ausgearbeitet und wunderbar in die Situationen eingebettet. Die Autorin hält sich nicht mit langen ausschweifenden Beschreibungen ab, sondern schildert einfach, wie sich die Charaktere fühlen, was sie tun und sagen.

Fazit
„Der ungewöhnliche Held aus Zimmer 13B“ hat mir gut gefallen. Der Schreibstil, die Charaktere und der Verlauf der Geschichte waren echt toll, jedoch habe ich das Gefühl, dass dieses Buch eines derjenigen sein wird, die man schnell wieder vergisst. Durch Teresa Totens Beschreibungen kann man sich die Symptome und den Verlauf der Krankheit Zwangsstörung sehr gut vorstellen.

 4 von 5 Buchstabenhaufen

Vielen Dank an cbt und blogg-dein-buch für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares!

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