Titel: HomesickAutorin: Silvia Saunders
Übersetzerin: Mo Zuber
Verlag: pola
Seitenzahl: 512
Reihe: - Inhalt
Mara hat nicht damit gerechnet, dass sie mit Mitte zwanzig so viel Geld
erben würde, dass sie eine Wohnung in London kaufen kann. Noch weniger
hat sie damit gerechnet, dass ihr Freund Tom nicht mit einziehen wird.
Der möchte zurück in seine Heimat zu Freunden und Familie. Mara
versucht, seinen Wunsch zu respektieren, doch sie kann sich nicht
vorstellen, mitzugehen. Sie entschließen sich dazu, eine Fernbeziehung
auszuprobieren, denn wie schwer kann das schon sein?
Und so startet Mara allein in diesen
neuen Abschnitt, der sich irgendwie richtig und sehr erwachsen anfühlt -
und gewöhnt sich vielleicht ein bisschen zu sehr an das Leben ohne Tom
...
Quelle: Lesejury
Meine Meinung
Die Londonerin Mara wohnt mit einem alten Freund aus der Heimat in
einer WG, ist in einer langjährigen Beziehung mit Tom und hat einen Job
in der Bibliothek. Überraschend erhält sie viel Geld und soll sich dafür
eine Wohnung kaufen. Wir begleiten Mara während 1 ½ Jahre, in denen es
um ihre Beziehungen zu ihrer besten Freundin, ihrem Partner, ihrem Chef
und ihren neuen Nachbarn im Haus geht. Der Klappentext vermittelt jedoch
ein völlig falsches Bild: Tom hat nicht nur Heimweh! Es passiert etwas,
was die Beziehung von den beiden stark beeinflusst. Dieses Buch handelt
nicht einfach von Heimweh, sondern darum, wo Mara sich in ihrem Leben
und ihren vielfältigen Beziehungen sieht und auch die Jahre der 20er, in
denen man schon erwachsen ist, aber noch erwachsener wird.
Die Kapitel sind oft kurz gehalten, z. B. auch mal nur eine Seite lang.
Der Schreibstil ist sehr lebendig und auch wenn ich die Geschichte
nicht als humorvoll bezeichnen würde, schwingt oft so viel Leichtigkeit
mit. Trotz auch ernster Themen, die angesprochen werden.
Wie schon erwähnt, folgen wir Leser/innen Mara über mehrere
Jahreszeiten hinweg, was mir sehr gut gefallen hat. Durch viele
Momentaufnahmen kommt man der Protagonistin sehr nahe. Ich finde sie
auch sehr sympathisch und realistisch. In manchen Situationen hätte ich
mir mehr Aktionismus von ihrer Seite aus gewünscht, aber in ihrem Alter
und dem ersten Kontakt mit gewissen Themen hätte ich auch nicht anders
gehandelt. Mara ist sehr lebendig und authentisch dargestellt. Die
Geschichte enthält auch viele wichtige Themen wie Freundschaft, mentale
Gesundheit, Alltagssexismus und Finanzen. Das Ende hingegen hat mich
enttäuscht, weil mich etwas völlig kalt erwischt hat, das ich bis heute
nicht verstehe (auch nicht nach Gesprächen mit anderen Leserinnen).
Theoretisch und irgendwann in der Zukunft kann ich es nachvollziehen,
aber zu dem Zeitpunkt im Buch überhaupt nicht, weil es keine Erklärung
und keine Gefühle von den Protagonisten dazu gab. Hier hätte ich mir
wenigstens einen kurzen Absatz über das Geschehene von der Autorin
gewünscht.
Fazit
Homesick hat mich total überrascht, positiv überrascht, weil es
vielfältiger und lebensechter ist, als der Klappentext vermuten lässt
(der übrigens den Inhalt falsch widergibt). Es geht um Maras Beziehungen
zu ihrem Partner, ihrer besten Freundin, ihrem Chef und ihren Nachbarn
im Haus. Während auch wichtig Themen, wie Finanzen, mentale Gesundheit
und Alltagssexismus einen Platz finden, ist die Geschichte aber auch
sehr locker, leicht und kurzweilig geschrieben. Nur das Ende konnte mich
nicht überzeugen.

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