Sonntag, 5. Januar 2020

{Rezension} Zwei in Solo von Elja Janus

Titel: Zwei in Solo
Autorin: Elja Janus
Verlag: FeuerWerke Verlag
Erschienen: Juni 2019
Seitenzahl: 336
Reihe:


















                                       Inhalt                                        


Sie stammen aus zwei Welten, und doch verbindet sie die gleiche Sehnsucht: ganz sie selbst zu sein. Als Sophie und ihr ehemaliger Schüler Milo nach Jahren wieder aufeinandertreffen, fühlen sie sich sogleich zueinander hingezogen. Dabei sind sie so verschieden – sie, die gelernt hat, jedes Gefühl zu unterdrücken, und er, der in ein Leben voller Gewalt und Machtkämpfe geboren wurde. Als sie bereit sind, sich wirklich aufeinander einzulassen, wird aus Sophie und Milo endlich Solo. Doch ihre kleine Welt ist dem Untergang geweiht, wenn die beiden ihre Vergangenheit nicht hinter sich lassen können.
Quelle: Thalia


                                Meine Meinung                                 


Als Sophie eines Tages in einen jungen Mann rennt, ihren ehemaligen Schüler Milo, entsteht zunächst nur eine oberflächliche Bettgeschichte. Doch bald empfinden sie beide mehr füreinander, was sich aber gar nicht einfach gestaltet. Nicht das Alter oder dass sie sich in der Schule kennengelernt haben, ist das Problem, sondern ihre gesellschaftliche Position und ihr Charakter. Das Leben hat die beiden geformt und Spuren hinterlassen. Milo hat seit seiner Kindheit nur Gewalt erfahren und muss lernen, sich anderen zu öffnen und Gefühle zu zeigen. Das macht ihn aber auch angreifbar, was er in seiner rauen Welt zu vermeiden gelernt hat. Obwohl Sophie im Gegensatz zu ihm gut behütet aufgewachsen ist, hat auch ihre Erziehung sie geprägt, niemals auffallen und möglichst perfekt sein. Welten, die aufeinanderprallen. Charaktere, die Konflikte aufwerfen. Und eine Liebe, die deshalb vielleicht nicht dauerhaft bestehen kann.

Ich weiß nicht, ob sie weint, weil oder obwohl ich es nicht tue. Aber ich weiß, dass sie es für mich tut. Kapitel 37


Feinfühlig schildert Elja Janus, wie die beiden versuchen, eine Beziehung einzugehen, indem das Geschehen abwechselnd aus deren Perspektiven beschrieben wird. Jeder Schritt, den sich Sophie und Milo annähern und besser kennen lernen, ist oftmals auch ein Schritt zurück. Nicht selten wird Milos Herkunft Teil eines Konflikts, weil Sophie sein Verhalten nicht versteht und Milo sich angegriffen fühlt. Auch Sophie hat Schwierigkeiten sich zu öffnen, denn sie muss erst lernen, das was sie fühlt auch zu leben und Milo somit zu zeigen. Den Prozess der Annäherung setzt die Autorin mit poetischer Sprache und sehr vielen bildhaften Beschreibungen um. Elja Janus verwendet besondere Umschreibungen und Vergleiche um die Gefühle von Sophie und Milo greifbar zu machen. Manchmal sind die Textstellen so intensiv, dass sich der Leser Zeit für die Worte nehmen muss. Ich habe einige Sätze mehrmals gelesen, um ihre Besonderheit zu genießen und die Intensivität der Empfindungen zu greifen.


Die Liebesbeziehung der beiden Protagonisten steht immer im Mittelpunkt, weshalb der andere Teil ihres privaten Umfelds in den Hintergrund rückt. Gerade bei Sophie hat mir ihr soziales Umfeld zu Beginn etwas gefehlt, um sie besser einschätzen zu können. Später wird dies aber hinreichend aufgegriffen, da der Leser die beiden im gleichen Tempo kennenlernt, wie sie sich selbst. Während Sophie und Milo für die Zukunft ihrer Beziehung kämpfen, scheint Milos Vergangenheit ihn doch noch nicht loszulassen. Das Ende der Geschichte verlief überraschend anders als ich erwartet hatte. Elja Janus gestaltet die Geschehnisse sehr spannend und geschickt, denkt außerhalb der Klischees und hat mir einen kleinen Schockmoment beschert. Mit dem Ende des Buches bin ich zufrieden und es passt sehr gut zu Solo.


Ich bin zwei halbe Vögel, jeder hat einen Flügel.[...] Auf jeder Schulter sitzt eine Hälfte. Verhöhnt von beiden Seiten. Sie passen nicht mehr zusammen. ich passe nicht mehr zusammen. Die beiden Seiten führen so unendlich verschiedene Leben, dass sie niemals der gleiche Wind tragen wird. Kapitel 27



                                        Fazit                                         

Zwei in Solo ist ein wunderschöner Liebesroman mit Schwerpunkt auf die sich entwickelnde Beziehung in einer sehr bildhaften und poetischen Sprache.



Kommentare:

  1. Hallo Tine,
    ich habe Zwei in Solo im letzten Jahr gelesen und geliebt. Die Geschichte hat bei mir irgendwie total einen Nerv getroffen. Das Buch ist für mich die Überraschung des Jahres und auch ein kleines Jahreshighlight geworden. Ich freue mich, dass du auch so viel Freude an der Geschichte hattest. <3

    Ganz liebe Grüße
    Tanja

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  2. Halli hallo

    Das Buch subt hier noch auf meinem Tolino.....den ich leider leider einfach immer noch viel zu stiefmütterlich behandle...

    Liebe Grüsse
    Bea

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