Donnerstag, 14. Januar 2016

{Rezension} Immer wenn es Sterne regnet von Susanna Ernst


Titel: Immer wenn es Sterne regnet
Autorin: Susanna Ernst
Originaltitel: -- 
Verlag: Knaur
Erscheinungsjahr: Dezember 2015
Seitenzahl: ca 450
Reihe: --


















                                                        Inhalt                                                       
 
 Mit viel Gefühl und einer Prise Humor wird die Geschichte von Mary und Jeremy erzählt, die das Schicksal bei einem Blind Date in Seattle wieder zusammenführt. Mary ist zunächst gar nicht begeistert, Jeremy zu sehen, denn er war es, der ihr in der Schulzeit das Leben zur Hölle machte. Trotzdem muss sie sich eingestehen, dass sie sich – wie schon damals – zu ihm hingezogen fühlt. Als Mary im Geheimfach eines alten Möbelstücks die Briefe eines gewissen Adam an seine Angebetete Grace entdeckt, kommen sie und Jeremy sich näher. Gemeinsam folgen sie den Spuren einer unerfüllten Liebe aus den Zwanziger Jahren. Was sie am Ende ihrer Reise finden, ist jedoch für beide etwas völlig Unerwartetes… und dann regnet es plötzlich Sterne.
Quelle: Thalia.de


                                                    Charaktere                                                   
  heute:
Mary ist Anfang 30, sehr liebenswert, wenig selbstbewusst und glaubt an den Traummann, obwohl ihr bewusst ist, dass sie ihn vielleicht nie treffen wird oder er nicht existent ist.
Amy ist Marys beste Freundin, hat ein süßes, aufgewecktes Kind und vor kurzem ihren Mann verloren.
Eliah restauriert alte Möbel, zieht sich auch dementsprechend mit altmodischen Hosen, Hosenträgern, Hemd und Mützen aus längst vergangenen Zeiten an. Eliah ist einfach ein unbeschreiblich toller Charakter. Ich habe ihn sehr ins Herz geschlossen.
Jeremy ist erfolgreicher Anwalt und hat zu Frauen nur oberflächliche Beziehungen. Er ging früher mit Mary in eine Klasse, wodurch die beiden bereits einiges „gemeinsam“ erlebt haben. Jeremy hat ein sehr hohes Pflichtgefühl, da er sich momentan nicht traut seine Exfreundin aus seine Wohnung zu schmeißen - hehe :D – da sie wegen ihm nach Amerika gekommen ist.
Rob ist Jeremys bester Freund und gleichzeitig sein Partner in der Kanzlei.
früher:
Adam Winterfield ist seit dem Tod seiner Mutter für einige Jahre ein Straßenjunge gewesen. Der junge Mann möchte nun etwas aus sich machen und erlernt bei einem reichen Gönner das Handwerk der Schreinerei.
Gracey ist behütet aufgewachsen und kommt aus gutem Hause. Sie rebelliert gerne gegen die gesellschaftlichen Normen, empfindet aber auch ein Pflichtgefühl gegenüber ihrer Familie.




                                                  Meine Meinung                                                 
 

Anfangs war die Geschichte etwas holprig, weil Amy und Mary beide um ihre große Liebe, nämlich Amys Mann, trauern. Das hat mich etwas verwirrt, vor allem weil Amy weiß, dass Mary in ihren Mann verliebt war. Die Freundschaft der beiden konnte ich zu dem Zeitpunkt nicht richtig einschätzen, später jedoch erkannte ich die enge und vertrauensvolle Beziehung zwischen den beiden Frauen.
Zum Beispiel zu dem Zeitpunkt, als Amy Verständnis für Marys Verzweiflung zeigt und das gemeinsame Wochenende abbricht. Mary sollte nämlich zu einem Blind Speed Dating – im wahrsten Sinne des Wortes – gehen. Hier wurden die Frauen und Männer von Blinden zum gemeinsamen Gespräch in die Dunkelheit gesetzt, damit man den bzw. die Gegenüber nicht nach dem Aussehen beurteilt. Zum Schluss wurden die Paare, die sich gerne weiter kennenlernen wollen, zusammengeführt und das Licht angemacht. Mary hat bei einem Mann eine sehr große Anziehungskraft und viel Gemeinsamkeiten im Gespräch empfunden. Doch als das Licht angeht, sitzt Jeremy vor ihr, der sie in der Schule gemobbt hat. Und so fängt die Geschichte der beiden an, woraufhin Mary nach Hause flüchtet und Jeremy sich entschuldigen und ihr erklären will, warum er damals so ein Idiot war.


Natürlich ahnt man jetzt schon, dass die beiden zusammenfinden werden. Obwohl Jeremy und Mary bereits am Anfang diese Anziehungskraft spüren, dauert es noch eine Weile bis die beiden langsam ein Paar werden. Mir hat es hier sehr gut gefallen, dass sich, neben der verletzenden Vergangenheit, auch ansonsten die Beziehung langsam entwickelt hat. Ich hatte Angst, dass das Mobbing von Jeremy gegenüber Mary ein Problem darstellen wird, weil es durch ein Argument aus der Welt geschaffen würde, das mir gar nicht zusagt. Aber Susanna Ernst hat hier einen echt plausiblen Grund gefunden, der zwar nichts entschuldigt, aber die feindliche Stimmung zwischen den beiden Protagonisten eliminieren kann. Die Liebe der beiden entwickelte sich mit der Zeit und wurde immer intensiver. Nachdem sie das Problem zwischen ihnen aus der Welt geschaffen hatten, lernen sie sich besser kennen und schaffen eine emotionale Grundlage für ihre Beziehung. Die Liebesgeschichte wurde von Susanna Ernst echt toll entwickelt und hat mir sehr gut gefallen.



Neben der Liebe zwischen Jeremy und Mary spielt aber auch noch die von Adam und Gracey eine Rolle. Durch die Briefe, die Mary im alten Sekretär findet, wird auch die aufkeimende Liebe zwischen Gracey und Adam erzählt. Die beiden haben sich ineinander verliebt und möchten allen gesellschaftlichen und familiären Widerstand brechen und träumen von einer gemeinsamen Zukunft. Vor allem Gracey zeigt hier sehr viel Hingabe um trotzdem mit Adam Kontakt halten zu können. Werden die beiden eine Chance auf eine gemeinsame Zukunft haben?


Der Schreibstil von Susanna Ernst hat mir sehr gut gefallen. Er ließ sich leicht lesen und hat viele Details kombiniert, ohne zu ausschweifend oder die Erzählungen zu verwirrend zu gestalten. Die Charaktere konnte sie so alle durch geeignete Worte nachzeichnen, sodass ich sie lebensecht vor meinem inneren Auge sah. Besonders Eliahs Art sich zu bewegen, artikulieren und anzuziehen liebe ich und als Leser spürt man sofort, dass er etwas Besonderes ist.


Das Ende war wunderschön und sehr poetisch. Hier wurden alle Handlungsstränge perfekt miteinander verknüpft. Die Zukunft und Vergangenheit wurde durch die beiden Paare zusammengeführt, wie ich es niemals erwartet hätte. Auch Details aus dem Leben der Protagonisten, z. B. der zu frühe Tod von Jeremys Bruder, wurden hier miteingeflochten. Mir hat das Ende unglaublich gut gefallen und ich hatte oft Tränen der Rührung oder Freude in den Augen.


                                                         Fazit                                                        
 

Wie ihr seht, bin ich nur am Schwärmen ;) Ich kann wirklich nichts Schlechtes in „Immer wenn es Sterne regnet“ entdecken. Die Charaktere regnen wie ein glitzernder Sterneregen vom Himmel und verbinden sich durch ihre Liebe, wodurch sie nur noch mehr Strahlen. Der Schreibstil von Susanna Ernst ist das weitere farbige und glänzende Glitter, das zwischen den Sternen vom Himmel regnet. Das Ende der Geschichte ist das sanfte aufkommen und Sammeln der Sterne, indem die Handlungsstränge der Vergangenheit und Gegenwart miteinander verflochten und passend zusammengeführt wurden.
Ja, das war jetzt sehr poetisch, aber wer durch die Vergleiche nicht ganz abgeschreckt wurde, sollte nun definitiv zu dem Buch greifen!

5 von 5 Sternen


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