Freitag, 10. Juli 2015

{Rezension} Vier Beutel Asche von Boris Koch

Titel: Vier Beutel Asche
Autor:
Boris Koch

Originaltitel:
--

Verlag: Heyne
Erscheinungsjahr: 2012
Seitenzahl: 380
 
Reihe: --













                                                       Inhalt                                                       
  
Christoph ist erst sechzehn, als er bei einem Fahrradunfall stirbt. Alles, was von ihm bleibt, ist eine Urne Asche. Doch vier seiner besten Freunde wollen nicht akzeptieren, dass mit der Beisetzung einfach alles zu Ende sein soll. Hatte Christoph sich nicht immer gewünscht, die Welt zu entdecken? Die vier graben seine Urne aus und machen sich damit auf eine lange Reise – eine Reise, auf der sie entdecken, was Freundschaft wirklich bedeutet…
Quelle: Klappentext und Amazon vermischt :D



                                                    Charaktere                                                   


Jan ist 16 Jahre alt, ein sehr guter bester Freund, pflichtbewusst, aber auch für jeden Spaß zu haben.
Selina war Christophs Freundin und ist ebenfalls von seinem Tod tief getroffen. Sie ist hübsch, klug und bodenständig.
Maik hat Christoph sein Fahrrad geliehen, das dieser beim Unfall gefahren hat, und verspürt deswegen Schuldgefühle. Maik ist wild und übertritt auch manche Grenzen, wobei er das Herz am rechten Fleck hat.
Lena fällt aus dem Rahmen, was ihr viele verwunderte, aber auch verärgerte Blicke einbringt, welche sie aber nicht stören. 




                                                 Meine Meinung                                                


Das Geschehen wird in der Vergangenheitsform und der Ich-Perspektive aus Jans Sicht geschildert. Der Leser lernt ihn kennen und erfährt, dass sein bester Freund verstorben ist. Jan ist deshalb traurig und wütend. Er kann und möchte nicht akzeptieren, dass sein Freund Christoph nicht mehr da ist. Jan ist außerdem sauer auf den Mann, der in den Unfall verwickelt war. Alleine versucht er, mit seinen Gefühlen umzugehen und seinen übrigen Freunden zu meiden, da er nicht zum Alltag zurückkehren kann. Als er sturmfrei hat und seine Freunde eine Party organisieren, die eigentlich Christophs Geburtstagsfeier hätte werden sollen, hält er es nicht mehr aus und besucht dessen Grab auf dem Friedhof. Dabei stößt er auf Maik und wenig später auch auf Selina und Lena. Gemeinsam beschließen die vier, Christophs letzten Wunsch zu erfüllen und seine Asche im Meer zu verstreuen.

Der Roadtrip führt die vier unterschiedlichen Personen an verschiedene Orte und auch auf eine Achterbahn der Gefühle. Während der Reise reden sie oft über Christoph und denken an die gemeinsame Zeit zurück. Diese Erlebnisse werden immer aus Sicht eines Protagonisten erzählt und sind zur Verdeutlichung kursiv abgedruckt. Durch ihre Erinnerungen sind sie häufig niedergeschlagen, aber sie erleben gemeinsam genauso oft gute (und manchmal lustige) Ereignisse, die ihnen helfen Christophs Tod zu akzeptieren. Die Reise an sich ist schon besonders, weil Jan, Maik, Selina und Lena verschiedenste Menschen treffen, vieles sehen und sich als Freunde finden.
 

Boris Kochs Schreibstil ist sehr gefühlvoll. Die Worte bilden gewaltige Sätze, die mich gefesselt und in den Gefühlen von Jan gefangen genommen haben. Ich war zwar noch nie an Jans Stelle, aber ich konnte seine Trauer, Wut und später gelegentliche Freude immer verstehen und nachvollziehen. Man hat auch wirklich gut gemerkt, dass die vier Protagonisten schon fast erwachsen sind, somit vieles meistern können, aber auch noch typisch jugendliche Schwierigkeiten haben. Auch wenn der Roman ein wichtiges und trauriges Thema behandelt, ist er trotzdem immer leicht zu lesen.
 

Irritiert, aber nicht sehr gestört, hat mich, dass es oft ums Klauen geht. Die vier werden bestohlen, stibitzen oft aber auch selbst etwas (wobei es ihnen hier erlaubt wurde). Dass die vier Christophs Urne ausgraben, ist nicht ganz realistisch, aber das stört hier überhaupt nicht, weil es in der Geschichte um die Trauerverarbeitung der vier Jugendlichen geht und dies nur den Rahmen bildet.


                                                         Fazit                                                        


Die vier Jugendlichen erleben während ihres Roadtrips eine Achterbahn der Gefühle, die Boris Koch mit seinem Schreibstil wunderbar vermitteln kann. Die vielen Begegnungen mit anderen Menschen und ihre Gespräche und Erinnerungen über Christoph sind viele kleine Details, die den Roadtrip nicht gewöhnlich erscheinen lassen und sie von Bekannten zu Freunden macht.

 4 von 5 Buchstabenhaufen

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