Mittwoch, 15. April 2015

{Rezension} Bewegliche Ziele von Agnes Hammer

Titel: Bewegliche Ziele
Autorin:
 
Agnes Hammer
Originaltitel:
--

Verlag: Loewe
Erscheinungsjahr: 2008
Seitenzahl: 199
Reihe: --













                                                         Inhalt                                                        
 
Fünf Jugendliche in einer kleinen Stadt irgendwo in Deutschland. Die vertraute Welt ist eng geworden, Familienzusammenhänge und Freundschaften werden brüchig. Zwischen Schule, Freizeit und Schützenverein müssen neue Ziele gesucht werden. Da passiert etwas, das die ohnehin aus den Fugen geratene Wirklichkeit von Momo, Sarah, Jenny, Ette und Ticker vollends zerbrechen lässt: Auf einer Party wird ein Mädchen vergewaltigt. Die Täter sind auf der Flucht, werden gefasst und später verurteilt.
Quelle Amazon (alte Ausgabe wie oben).
Inhaltsbeschreibungen der neuen Ausgabe auf Thalia, Die Mayersche, Amazon, ... spoilern zu viel, finde ich... 



                                                     Charaktere                                                    
 
Momo ist im Schwimmteam die Beste und möchte gerne größere Wettkämpfe bestreiten.
Sarah ist in Ticker verknallt und distanziert sich von ihren Eltern, da sich diese scheiden lassen.
Jenny ist etwas molliger und im Schützenverein, was ihr aber überhaupt keinen Spaß macht.
Ette ist schräg drauf und möchte sich von keinen Zwängen einengen lassen.
Ticker ist Ettes Kumpel und sehr unsicher, weshalb er Ettes „Ideen“ wie Befehle ausfolgt.


 
                                                  Meine Meinung                                                 
 

Die fünf Jugendlichen leben in der selben Kleinstadt und kennen sich mindestens vom Sehen. Einige sind sogar Klassenkameraden oder kennen sich über ihre Geschwister oder Hobbies. Sie haben mit den alltäglichen Dingen zu kämpfen: Schule, Ausbildung, Jungs bzw. Mädchen, Eltern und ganz allgemein gefasst, die Pubertät. Während sie mit all ihren Problemen, Wünschen und Gefühlen umzugehen versuchen, wird eine von ihnen auf einer Party vergewaltigt. Nicht nur deren Leben ändert sich, sondern irgendwie auch das der anderen Jugendlichen, wenn auch nicht so dramatisch.
 

Da das Geschehen aus der Sicht von allen Fünf erzählt wird (in etwa so wie Tagebucheinträge), hat der Leser einen guten Überblick über die Situation bei dem jeweiligen Teenagern. Da sich das Buch über mehr als ein halbes Jahr erstreckt, erfahren wir detailliert deren jeweilige Lebenssituation. Auch wenn alle Jugendlichen das Geschehen aus der Ich-Perspektive erzählen, ist ersichtlich, wer dies gerade tut. Die Charaktere unterscheiden sich in ihren Gedanken und Beschreibungen grundlegend, außerdem wird über jedem Abschnitt der Name des Erzählers erwähnt.
 

Gestört bei dieser Methode hat mich jedoch, dass die unterschiedlichen Erzählstränge meist nur eine halbe Seite (maximal 2) umfassten und somit die Gefühle und Gedanken der Jugendlichen zu kurz kamen. Kaum hatte ich mich in die Situation hineinversetzt, musste ich meine Denkweise schon wieder umstellen. Darum kamen auch die Emotionen zu kurz. Das Mädchen, das vergewaltigt wurde, öffnet sich nicht sofort, sondern erst etwas später. In diesen Szenen konnte ich sie stets verstehen, was ihr Geschehen war hat mich jedoch nicht berührt. Ich finde es schrecklich, was ihr passiert ist, aber ich konnte es einfach nicht fühlen. Da das Buch nicht mal 200 Seiten hat, hätte Agnes Hammer hier noch viel mehr ausführen können.

 
                                                          Fazit                                                         
„Bewegliche Ziele“ erzählt die Geschichte der fünf Jugendlichen, als eine von ihnen vergewaltigt wird. Da ihre Leben in der Kleinstadt irgendwie gegenseitig beeinflusst werden, ändern sich diese danach. Durch die Beschreibung der Geschehnisse von allen fünf von ihnen kann man jeden Charakter verstehen. Jedoch wurden diese „Kapitel“ zu kurz gefasst ,weshalb leider nur wenig Emotionen an den Leser vermittelt werden.
3 von 5 Buchstabenhaufen

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