Samstag, 5. Oktober 2013

{Rezension} Das Tal 1.1 - Das Spiel von Krystyna Kuhn

                                 Inhalt                                

Es ist dunkel.
Es liegt mitten im Nirgendwo.

Und es birgt ein schreckliches Geheimnis...

Eine coole Einweihungsparty im Bootshaus, so feiern die neuen Studenten ihre Ankunft im Grace College. Doch schon bald merken Julia und ihre Freunde, dass in dem abgelegenen Tal mitten in den Kanadischen Bergen etwas nicht stimmt. Wozu die vielen Verbotsschilder rund um das College? Und warum ist der Ort nicht auf Google Earth zu finden?
Die Lage spitzt sich zu, als Julias Bruder Robert beobachtet, wie ein Mädchen in den Lake Mirror springt und von einem Strudel nach unten gezogen wird. Aber niemand schenkt seinen Worten Glauben - nicht einmal Julia. Noch ahnt sie nicht, dass die dunklen Schatten der Vergangenheit, die sie für immer überwunden glaubte, hier im Tal wieder an die Oberfläche drängen.




                                                    Charaktere                                                    
 
 Julia Frost ist 18 Jahre alt. Gemeinsam mit ihrem Bruder zieht sie in das Grace College hoch oben in den Bergen Kannadas. Sie versucht sich als „everybodys darling“ zu verhalten. Jedoch kann ich in den Beschreibungen der Autorin nur eine Jugendliche erkennen, die sich sehr still und zurückhaltend verhält um nicht aufzufallen.
Robert ist Julias Bruder. Er ist sehr schlau, da er einen hohen IQ-Wert hat, und liebt die Mathematik. Deshalb betrachtet er auch alle Geschehnisse als eine Art mathematische Gleichung und versucht sie mittels der Spieltheorie zu ergründen. Er ist zurückhaltend, jedoch nicht wie Julia um mit niemanden in Kontakt treten zu müssen, und schließt nach einiger Zeit Freundschaften. Robert hat oft Alpträume, wodurch Julia Angst hat, dass ihn die Kommilitonen für verrückt halten könnten.
Weiterhin spielen auch Kommilitonen der beiden eine Rolle, die ich hier jedoch nicht vorstellen und somit der Geschichte vorgreifen möchte.

 

 
                                                 Meine Meinung                                                 
 
Der Thriller wird stets aus Julias Sichtweise mittels der personalen Erzählperspektive geschrieben. Somit kann man ihre Gedanken und Spekulationen über die seltsamen Vorkommnisse im Tal nachvollziehen. Einige wenige Kapitel werden jedoch auch aus Roberts Sicht geschildert. Dies wird immer angekündigt; außer einmal.
Die Geschehnisse im Tal werden sehr spannend geschildert. Zunächst wirft sich ein Mädchen in die Wellen des Sees, das nicht mehr gefunden werden kann und am nächsten Tag wird ein Mädchen vermisst, das aber im Rollstuhl sitzt. Diese Szene birgt den Anfang für die Geschichte im Buch und wirft viele Fragen auf. Julia ist misstrauisch ihren Kommilitonen gegenüber, Robert wird für verrückt erklärt, weil er darauf besteht ein Mädchen im See gesehen zu haben. Was ich nicht verstehen kann, ist, dass Julia allen anderen und nicht ihrem Bruder glaubt. Trotzdem verbindet die beiden eine geheimnisvolle Vergangenheit, weshalb sie ihren Bruder beschützen will. Sie macht Andeutungen, dass ihr Bruder schon oft Begebenheiten gesehen hatte, die es nicht gab. Dadurch vermittelt sie dem Leser das Gefühl, dass ihr Bruder psychische Probleme hätte, doch irgendwann fragte ich mich aufgrund ihrer Gedanken, ob sie nicht welche hätte…?

Verwirrt hat mich bei einigen Kapiteln der Titel. Als Julia und Robert beispielsweise im Tal ankamen, wurde das Kapitel „[A wie Ankunft]“ genannt. Das kann ich noch nachvollziehen, aber nicht, warum es nur bei einigen Kapiteln so war. Außerdem störten mich zwei Logikfehler. Die beiden waren erst seit einigen Tagen am College, doch dann erwähnte Julia, dass sie schon seit Wochen dort wären, obwohl man an einigen Ereignissen sehen konnte, dass erst ein paar Tage vergangen sind. Weiterhin wurde anfangs erwähnt, dass Julia 18 Jahre alt ist. Danach redete sie davon, dass sie 17 wäre und später wieder 18. Diese gegensätzlichen Details haben mich gestört, auch wenn dies nur Nebensächlichkeiten sind.
Krystyna Kuhn schafft es den Leser mittels der Charaktere zu manipulieren. Der Leser weiß  nicht, was er glauben und was er über die vielen Andeutungen denken soll. Auch welchem Charakter man trauen und glauben kann, weiß man nicht mehr. Vor allem die Andeutungen über das Tal, das vieles beeinflussen würde, lässt den Leser grübeln und ratlos zurück. Die Spannung wird durch gelegentliche Andeutungen und das Verschweigen vieler Details enorm gesteigert. Der Leser rast darum wie bei einer Achterbahnfahrt über die Seiten hinweg. Als Julias und Roberts Vergangenheit nach und nach gelüftet wurde, flachte die Spannung kurzzeitig ab, aber nur um den Leser danach erneut in die Geschehnisse wie in die Tiefe einer Achterbahn zu stürzen. Auch am Ende des Buches wird nicht alles geklärt. Das Verschwinden der Kommilitonin wird aufgelöst, doch die Geheimnisse um das Tal birgt mehr für die Folgebände.



                                                         Fazit                                                         
 
„Das Tal 1.1 – Das Spiel“ kann mit vielen Geheimnissen und Andeutungen punkten. Obwohl ein paar Logikfehler und manchmal das Verhalten der Protagonistin Julia stören, rast man durch die Seiten nur so dahin, da die Spannung an den richtigen Stellen zunimmt.

3,5 von 5 Buchstabenhaufen

                                                      Die Reihe                                                     
 
Von der Tal-Reihe ist bereits die komplette 1. Season und schon einige Bänder der 2. erschienen: *klick*

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